Lernbegleitung

In meinen vielen und unterschiedlichsten Begegungen mit Lernorten von Kindern habe ich immerwieder erlebt, dass ein erfolgreiches Lernen erst dann stattfinden kann, wenn Kinder sich sicher und gesehen fühlen. Bei und von Mitschülern und LehrerInnen. Das ist meiner Erfahrung nach im Standartklassenzimmer der Standartschule mit ihren Standartlehrern immer seltener möglich. Die Ursachen sind unendlich viele. Und meines Erachtens zunächst unwichtig. Wichtig sind positive Lösungsmöglichkeiten.
Meine besten Erlebnisse habe ich während eines Auslandsaufenthalts in einer deutschen Schule für Missionarskinder gemacht. Kinder haben anhand Lernmaterial und Hilfestellungen von Lernhelferinnen – die nicht die Eltern waren – Lernstoffe selber bearbeitet. Durch kurzes konzentriertes Lernen war genügend Zeit für die „schönen“ Dinge im Leben. Durch das klare Erleben von Fortschritten und Erfolgen wurde innere Motivation geschaffen. Zum Teil wurden über das bereitgestellte Schulmaterial weitere Inhalte erarbeitet. An diese Erfahrungen möchte ich anknüpfen.

In der Lernbegleitung geht es vor allem darum, Lernen als positiv zu erleben. Kunst und Kreativität in all ihren Facetten kann hier ein Eisbrecher sein. Vor allem aber geht es um…
… Beziehung: Eine direkte Beziehung zu einer unbelasteten erwachsenen Person die beim selbstverantwortlichen Lernen daneben sitzt und manches ins rechte Licht rückt.
… Zeit, die den Kindern und Jugendlichen geschenkt wird. Denn das ist es doch was in den Schulen fehlt.
… das Kind selbst. Lernen kann nur dann positiv wahrgenommen werden wenn man sich selber positiv wahrnimmt. Im Lernen. Dafür müssen manchmal Realitäten realistisch wahrgenommen werden. Zum Beispiel dass es kein Standardkind gibt.
Wie durch Zufall kam all das in einer sehr erfolgreichen Zeit während meiner eigenen Schulzeit vor vielen Jahren in Klassen 3 und 4 kurzzeitig zusammen. Und schwupp war Schule wunderschön und hat nachhaltig Spass gemacht. Das war das Glückserleben in meiner Schulkarriere. Mein 6er im Schullotto. Oder der wolkenlose Himmel in einer lauen Sommernacht weit weg von jeder menschlichen Behausung. Meine Sternstunden. Diese Zeit war aber schnell wieder vorbei.

Verschieden Settings der Lernbegleitung sind vorstellbar. Die Offenheit dafür ist eine wichtige Grundlage für den „Erfolg“ von Nachhilfe — oder Lernbegleitung. Anderst formuliert: SchemaF ist nett – aber es hat noch nie zu meinem inneren Freundeskreis gezählt. Deswegen ist ein gegenseitiges Kennenlernen – Eltern, Schüler und ich – sehr wichtig. Hier werden Inhalte, Umfang, Ziele und Vorgehen gemeinsam festgesetzt.