Simone Wörn

Großgeworden in einer wundervollen aber auch sehr verrückt-normalen Familie im sonnigen Weil im Schönbuch, ein bisschen rumgekommen in Deutschland, der Welt und dem Leben, hat es mich während eines Wolkenbruchs des Lebens mit 34 wieder zurück in die Heimat getrieben. Sonnenstunden, Regenzeiten und viel viel Glück habe mir ein Gefühl für verwurzelt in der Erde und vogelfrei um fliegen zu können bereitet. Von beidem lebe ich.
Wer sich für kurze und intensivere Informationen über mich interessiert: ein Lebenslauf mit Qualifikationen steht in der Seitenleiste der Startseite dieser Homepage. Wer Zeit und Lust auf Geschichten hat darf hier gerne weiterlesen. Letztendlich muss man einem Menschen Begegnen um ihn kennenzulernen.

Meine eigene Schulzeit war mehr Flop als Top. Trotzdem bin ich meistens sehr gern gegangen. Um Freunde zu treffen. Währenddessen und auch danach war mir lange nicht klar, was ich in meinem Leben machen möchte. Also hab ich erstmal Pause gemacht. Nach einem sehr prägenden Aufenthalt als Fernschulhelferin in Kenia liebäugelte ich zu meinem eigenen Entsetzten doch mit dem Beruf der Lehrerin, den ich bis heute sehr gerne ausübe. Selbständig.

Sonderschullehrerin

heisst für mich nicht nur für Kinder mit besonderen Bedürfnissen zuständig zu sein. Während meiner 10 Jahre an öffentlichen und privaten Schulen war ich immer Teil eines Klassenlehrerteams. Ich habe Mathe, Kunst, Religion, Schwimmen u Freizeitgestaltung unterrichtet. Zeitweise auch MNK u Sport. Eigentlich alles. Viel wichtiger als die Inhalte der Fächer war mir aber das gemeinsame u sehr individuelle Beschäftigen mit diesen Kinder mit Auffälligkeiten im sprachlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven – nicht selten auch im motorischen Bereich. Vor allem an Förderschulen. In meinen Augen sind das alles sehr normale Kinder.

Ein alter – oder einfach anderer Begriff für Sonderschulpädagogin ist Heilpädagogin.
Vor allem mit einer Teampartnerin durfte ich acht Jahre lang viel Heilung in Familien bringen. Nicht wir Lehrerinnen heilten, wir sind ja keine Mediziner. Die Zeit heilt Wunden: Wir konnten und haben uns auf dieser Insel Sonderschule Zeit genommen und sie weitergeben. Eingebettet in ein vielfältiges Kollegium leiteten und gestalteten wir den Klassenalltag gemeinschaftlich und auf Augenhöhe. Ein Teil unserer Arbeit hinter den Unterrichtskulissen waren die „Therapieplanungen“. Mit unendlich viel Kaffee und nochmehr Zeit haben wir jedes Kinder indivieduell angesehen, Probleme und Verhalten analysiert und Lösungsmöglichkeiten gesucht und gefunden. Von den kleinsten Problemchen „den-Stift-nicht-richtig-halten-können“ bis hin zu den großen Verhaltensproblemen. Ich glaube der Schlüssel unserer phantastischen und sehr erfolgreichen Zusammenarbeit war aber das Austauschen und die gemeinsame Freude über die Fortschritte der Kinder und das Erinnern und Lachen über witzige, komische und vor allem schöne Situationen im Schulalltag. Und davon gibt es zahlreiche auf der Insel Sonderschule. Kindersprüche wurden zu unseren Sprüchen, die Kinder und ihr Umgang mit ihrem Alltag und ihren Mitmenschen häufig zum Vorbild.
Diese Stabilität des Teams, die aus ungeheuer viel Zuwendung, Raum und Zeit entstanden ist konnten wir den Kindern beim Lernen und den Eltern im Austausch weitergegeben. Mittlerweile – beide in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsumständen – sind wir nur noch gute Freundinnen.
Zeit ist ein wertvolles und deswegen rares Gut. Nicht nur die die kostet – auch die die wir aushalten um Gutes hervorkommen zu lassen: Gut Ding will Weile haben. Meistens.